Seele des Menschen

 
 
Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser;
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es
Und wieder nieder.
Zur Erde muß es
Ewig wechselnd.
Strömt von der hohen
Steilen Felsenwand
Der reine Strahl
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen
Zum glatten Fels.
Und, leicht empfangen
Wallt er verschleiernd
Zur Tiefe nieder.
Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.
Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin,
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.
Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler
Wind rauscht von Grund aus
Schaumende Wogen.
Seele des Menschen
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen
Wie gleichst du dem Wind!
Johann Wolfgang von Goethe
 
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Über bergkristall53

Ich werde 58 Jahre alt komme ursprünglich aus der Schweiz,lebe aber auf der Ostalb bin verheiratet, habe 6 Kinder,3 Enkel Ich schreibe,male und bastle viel
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