In stiller Nacht

 
Im Windgeräusch, in stiller Nacht,
geht dort ein Wandersmann,
er seufzt und weint
und schleicht so sacht
 und ruft die Sterne an.
„Mein Busen pocht,
mein Herz ist schwer
in stiller Einsamkeit,
mir unbekannt, wohin, woher,
durchwand ich Freud und Leid.
Ihr kleinen goldenen Sterne,
ihr bleibt mir ewig ferne,
ferne, ferne und ach,
ich vertraut`euch so gerne!“
 
 
Da klingt es plötzlich um ihn her,
und heller wird die Nacht.
Schon fühlt er nicht sein Herz
so schwer, er dünkt sich neu erwacht;
„O Mensch, du bist uns fern und nah,
doch einsam bist du nicht,
vertrau`uns nur, dein Auge sah
oft unser stilles Licht.
Wir kleinen goldenen Sterne
sind dir nicht ewig ferne;
gerne, gerne,
gedenken ja deiner die Sterne!“
Ludwig Tieck   
 
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Über bergkristall53

Ich werde 58 Jahre alt komme ursprünglich aus der Schweiz,lebe aber auf der Ostalb bin verheiratet, habe 6 Kinder,3 Enkel Ich schreibe,male und bastle viel
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