Entschwunden

 
Einstmal habe ich ein Lied gewußt,
einst in goldenen Stunden.
Sang ich`s, da ich ein Kind noch war,
aber mir ist`s nun entschwunden.
Lieblich schwebte die Weise hin,
weich wie Schwanengefieder.
Ach, wohl such`ich durch Feld und Wald,
finde nimmer sie wieder.
Manchmal mein ich, es wogt ihr Laut,
über der Flur in den Winden.
Aber es ist verhallt im Nu,
will ich ihn greifen und binden.
Oft auch, wenn ich bei Nacht entschlief,
streift urplötzlich und leise,
über mein Herz mit Traumeshand
die verlorene Weise.
Aber fahr`ich vom Kissen auf,
kann ich mich nimmer besinnen.
Nur vom Auge noch fühl ich sacht,
brennende Tränen rinnen.
Und doch mein ich, fänd ich den Klang,
all die heimllichen Schmerzen.
Könnt ich wieder, wie einst als Kind,
mir wegsingen vom Herzen.
Emanuel von Geibel
 
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Über bergkristall53

Ich werde 58 Jahre alt komme ursprünglich aus der Schweiz,lebe aber auf der Ostalb bin verheiratet, habe 6 Kinder,3 Enkel Ich schreibe,male und bastle viel
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