Ein Schneemann

 
Steh, Schneemann, steh!
Und bist du auch von Schnee.
So bist du doch ein ganzer Mann,
hast Kopf und Leib und Arme dran.
Und hast ein Kleid, so weiß und rein,
kein Seidenzeug kann weißer sein.
So stehst so stolz und fest und breit,
als wärès für die Ewigkeit.
 
Steh, Schneemann steh!
Wenn ich dich recht beseh`,
so fehlt dir nichts auf weiter Welt.
Du hungerst nicht, sorgst nicht um Geld.
Ich glaube auch, daß dich gar nichts rührt
und wenn es Stein und Beine friert.
Der Frost, der andere klappern läßt,
der macht dich erst recht hart und fest.
 
Steh, Schneemann steh!
Die Sonne kommt juchhe!
Jetzt wirst du erst recht lustig sein!
Was ist denn das? Was fällt dir ein?
Du leckst und triefst ohn`Unterlaß,
o Schneemann, Schneemann, was ist das?
Das schöne warme Sonnenlicht,
der Menschen Lust, erträgst du nicht?
 
Weh, Schneemann weh!
Du bist doch nichts als Schnee!
Dein Kopf war dick, doch nichts darin,
dein Leib war groß, kein Herz darin.
Und das, was andere fröhlich macht,
hat dir, du Wicht, nur Leid gebracht.
Ich glaub`, ich glaub`, manch Menschenkind,
ist grade so wie du gesinnt;
Schnee, nichts als Schnee!
Robert Reinick –
 
 
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Über bergkristall53

Ich werde 58 Jahre alt komme ursprünglich aus der Schweiz,lebe aber auf der Ostalb bin verheiratet, habe 6 Kinder,3 Enkel Ich schreibe,male und bastle viel
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