Bekannte Dichter

 
Das sogenannte Romantische einer Gegend,
ist ein stilles Gefühl des Erhabenen.
Unter der Form der Vergangenheit,
oder was gleich lautet,
der Einsamkeit,
Abgeschiedenheit.
Johann Wolfgang von Goethe
 
 
Der Abend
 
Schweigt der Menschen laute Lust.
Rauscht die Erde wie in Träumen.
Wunderbar mit allen Bäumen,
was dem Herzen kaum bewußt.
Alte Zeiten, linde Trauer.
Und es schweifen leise Schauer
Wetterleuchten durch die Brust.
Josef von Eichendorf
 
 
Mondnacht
 
Es war,
als hätt der Himmel die Erde still geküßt.
Daß sie im Blütenschimmer
von ihm nur träumen müßt.
Die Luft ging durch die Felder.
Die Ähren wogten sacht.
Es rauschen leis die Wälder,
so sternenklar die Nacht.
Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus.
Flog durch die stillen Lande
als flöge sie nach Haus.
Joseph von Eichendorf
 
 
Da neigt sich die Stunde und rührt mich an.
Mit klarem, metallenem Schlag,
mir zittern die Sinne.
Ich fühle, ich kann
und fasse den plastischen Tag.
Nichts war noch vollendet,
eh ich es erschaut,
ein jedes Werden stand still.
Meine Blicke sind reif,
und wie eine Braut,
kommt jedem das Ding ,
das er will.
Rainer Maria Rilke
 
 
Erscheinet dir etwas unerhört,
bist du tiefsten Herzens empört.
Bäume nicht auf, versuche es nicht mit Streit.
Berühr es nicht, überlaß es der Zeit.
Am ersten Tage wirst du feige dich schelten.
Am zweiten läßt du dein Schweigen schon gelten.
Am dritten hast du`s überwunden.
Alles ist wichtig nur auf Stunden.
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter.
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.
Theodor Fontane
 
 
Die Zeit ist hin
 
Die Zeit ist hin, du löst dich unbewußt
Und leise mehr und mehr von meiner Brust.
Ich suche dich mit sanftem Druck zu fassen,
doch fühl`ich wohl, ich muß dich gehen alssen.
 
So lass mich denn, bevor du weit von mir
ins Leben gehst, noch einmal danken dir.
Und magst du nie, was rettungslos vergangen,
in schlummerlosen Nächten heim verlangen.
 
Hier steh`ich nun und schaue bang zurück,
Vorüber rinnt auch dieser Augenblick.
Und wie viel Stunden dir und mir gegeben,
wir werden keine mehr zusammenleben.
Theodor Storm
 
 
Nun muß ich gehen, der Weg ist lang
Und einsam wandeln ist schwer.
Der Nordwind singt mit rauem Klang
ein Lied, als käme kein Frühling mehr!
 
Hernieder auf das stille Land,
senkt sich die letzte Sommernacht.
Nun leg auf`s Haupt mir deine Hand,
daß über mir der Segen wacht.
 
Die ersten welken Blätter wehen,
die Schwalben ziehen übers Meer.
Der Weg ist weit, nun muß auch ich gehen
und einsam wanderts sich so schwer.
Heimatdichter Karl Siebert
 
 
Alle Tage
 
Alle Tage rauscht die Fülle der Welt an uns vorüber.
Alle Tage blühen Blumen, strahlt das Licht, lacht die Freude.
Manchmal trinken wir uns daran dankbar satt.
Immer aber umgibt uns ein Überfluß des Schönen.
Das ist das Herrlichste an jeder Freude, daß sie unverdient kommt und niemals käuflich ist.
Sie ist frei und ein Gottesgeschenk für jedermann,
wie der wehende Duft der Lindenblüte.
H. Hesse
 
 
Nachtgedicht
 
Dich bedecken nicht mit Küßen ,nur einfach mit der Decke,
(die dir vonder Schulter geglitten ist)
daß du im Schlaf nicht frierst.
Später wenn du erwacht bist, das Fenster zu machen
und dich umarmen und dich bedecken mit Küßen und dich entdecken.
Erich Fried 1921-1988
 
 
Das macht den Menschen glücklich.
Das macht den Menschen matt.
Wenn er drei sehr schöne Geliebte
und nur zwei Beine hat.
Der einen lauf ich des Morgens,
der anderen des Abends nach.
Die dritte kommt zu mir des Mittags
wohl unter mein eigenes Dach.
Lebt wohl, ihr drei Geliebten.
Ich hab zwei Beine nur.
Ich will in ländliche Stille,
genießen die schöne Natur.
Heinrich Heine ( 1797-1856)
 
 
Abendstimmung
 
Rot geht die Sonne unter,
Der See erglüht in ihrem Glanz.
Schwarz stehen die Berge dahinter,
tiefe Ruhe erfüllt mich ganz.
 
Über den Bäumen steht der Abendstern,
die Lichter am See gehen an.
Sie spiegeln sich im Wasser wieder,
diese Stimmung habe ich gern.
 
Abenstille stellt sich ein,
sanft fällt der Nebel nieder.
Über allem strahlt des Mondes Schein
und die Sterne kehren wieder.
 
Der Himmel mit seinem dunklen Mantel,
hüllt ein den vergangenen Tag.
Mit der Dunkelheit kommt die Stille,
Ruhe kehrt ein – ganz sacht!
Rose-Marie Haack
 
 
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Über bergkristall53

Ich werde 58 Jahre alt komme ursprünglich aus der Schweiz,lebe aber auf der Ostalb bin verheiratet, habe 6 Kinder,3 Enkel Ich schreibe,male und bastle viel
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