hl.drei könige

 
 

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Die heilige Jungfrau hatte sich einmal auf ihrer Flucht nach Ägyptenland ohne den heiligen Josef in einem finsteren Walde verlaufen, wo sie voller Angst und Not herumirrte, bis sie endlich schon spät in der Nacht aus ihm heraus und in ein Dörflein kam.Dort klopfte sie an einem stattlichen Bauernhaus an. "Wer ist da?" rief die Besitzerin des Hauses, die aus dem Fenster guckte. "Ich bitt euch, laßt mich und mein Kindlein herein für diese eine Nacht bloß, denn wir kommen von weit her, sind todmüd, und es friert uns sehr!"

"Mein Haus ist kein Wirtshaus! Seht, wo ihr sonst unterkommt!" war die Antwort, und traurig ging die heilige Jungfrau mit ihrem Kinde weiter.

Da gewahrte sie auf einmal eine kleine, halbverfallene Hütte, aus der noch ein Lichtschein schimmerte. Auch hier klopfte sie an:" "Herein!" rief es von innen heraus, und als die heilige Jungfrau in die Stube trat, kam ihr ein armes Weiblein gar freundlich entgegen und fragte nach ihrem Begehr.

Die heilige Jungfrau bat um ein Nachtquartier. "Sehr gern!" sprach das arme Weiblein und bereitete ihren Gästen ein bequemes Nachtlager, nachdem sie sie mit etwas Milch und Brot erquickte hatte.

Als nun Maria am anderen Morgen weiterzog, dankte sie dem armen Weiblein und sprach:" Was du heute zuerst tust, das soll dir tausendfach belohnt werden." Da lief das arme Weiblein flugs an ihr Spinnrad und spann fleißig den ganzen Tag, und als sie am Abend auf ihre Arbeit sah, da gewahrte sie mit freudigem Schrecken, daß sie tausend Rocken gesponnen hatte.

Einie Zeit darauf, als die heilige Jungfrau auf demselben Wege aus Ägyptenland in ihre Heimat zurückkehrte, begegnete sie wieder der hartherzigen Bäuerin, die ihr damals ein Obdach verweigert hatte. Als diese die heilige Jungfrau sah, ging sie mit freundlicher Miene auf sie zu und bat sie gar schön doch ihr lieber Gast zu sein. Denn sie hatte von dem Lohne, den das arme Weiblein empfangen hatte, vernommen.Maria folgte ihr in ihr Haus und ward aufs köstlichste bewirtet; sie und ihr Kind erhielten sodann auf weichem Pfühle (Kissen) ein herrliches Nachtlager.

Als nun am andern Morgen die heilige Jungfrau ihre Heimreise fortsetzte, bedankte sie sich und sprach:"Was du heute zuerst tust, das soll dir tausendfach belohnt werden." Als das reiche Weib das hörte, war sie außer sich vor Freude und bedachte sich, was sie tun sollte.

Aber so viel und so sehr sie auch darüber nachdachte, es wollte ihr nichts einfallen. Da schlug sie sich vor lauter Ärger an den Kopf. Das war heute ihre erste Arbeit gewesen, und die ist ihr auch zur Strafe für ihre Hartherzigkeit und Heuchelei so tausendfältig belohnt worden, daß ihr bald Hören und Sehen verging!

Aus: Des Knaben Wunderhorn

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Die heiligen drei Könige, geleitet vom Kometenschweif
finden sie die Krippe in der das Jesuskind die erste irdische
Lagerstätte hatte.
Was verbirgt sich hinter den Geschenken: Gold,  Weihrauch,  Myrrhe?
Weihnachten, verbunden mit Krippe und dem leitenden Stern, der die drei Könige auf die richtige Fährte bringen sollte. Es begann eine neue Epoche. Aus astrologischer Sicht das Fischzeitalter. Astronomisch wird der leuchtende Stern als Jupiter-Saturn Konjunktion dargestellt.
Doch was brachten diese Könige als Geschenk?
Die Gaben Gold Weihrauch und Myrrhe. Waren nicht die Kultobjekte der Pharaonen, Griechen, Inkas bis zum sagenhaften Nibelungenschatz aus Gold?
In der heutigen Zeit ist Gold eine harte Währung. Die Gier nach Gold war in der Geschichte oft Anlass kriegerischer Auseinandersetzungen. Heute ist das schwarze Gold, Erdöl. 
Gold, ein Gesundheitsmittel?
Ein berühmter Arzt des Mittelalters, Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, (1493 – 1541) brachte es auf den Punkt: “Unter allen Elixieren ist Gold das Höchste und Wichtigste für uns. Es ist in der Lage den Körper unzerbrechlich zu erhalten. Trinket Gold und es wird heilen, stellt Euch wieder her“. Ist nun Gold tatsächlich ein Heilmittel?  Wohl deshalb auch der Vergleich mit heilender Wirkung der Sonne. Gold ist ein in der Natur vorkommendes gediegenes Mineral. Das Wort stammt aus dem indogermanischen ghel, das soviel wie gelb glänzend bedeutet. Die lateinische Bezeichnung ist Aurum, abgekürzt Aur. Mit einer Mischung von Salzsäure und Salpetersäure als Königswasser bekannt, ist Gold angreifbar. Seit der Antike wird Blattgold verwendet. Nicht alleine um metallische Gegenstände, Stuck, Mobiliar, Rahmen, Ikonen und andere Gegenstände kostbar darzustellen. Ein Blatt wurde dem Essen beigefügt um das Wesen des Goldes, Kraft, Ausstrahlung, Reifung, Glanz, Risikofreude und Verspieltheit, zu übertragen.
Die Homöopathie beschreibt den Einfluss auf Stoffwechsel und Nervensystem. Symbolische Darstellung des Goldes ist bedeutend mit Macht, Reichtum, Sicherheit. Auf der Gefühlsebene vermittelt es Ehrlichkeit, Herzlichkeit und Offenheit. In muslemischen Ländern gilt der Brauch der Frau zur Hochzeit Goldschmuck zu schenken. Nicht etwa um diesen zu ragen sondern als Geldanlage. Die alchimistische Darstellung lässt Gold mit starken Sonnenkräften in Verbindung bringen.
In der heißesten Jahreszeit, Sirus steht hoch am Himmel, dann wird Weihrauch geerntet. Er gedeiht in trockenem Klima auf steinigem, mineralreichen Boden. Die Wurzel graben sich weit verzeigt bis in dreißig Meter Tiefe. Weihrauch gehörte ebenfalls zu den kostbarsten Gütern des Altertums. Es wurde für Ischtar, die Himmelskönigin, Adonis, den Gotte der wieder aufstehenden Natur, Bel den assyrischen Hochgott, entzündet um deren Wohlgefallen zu erreichen. Dem Sonnen- und Orakelgott Apollon war Weihrauch heilig. Der Weihrauchbaum wurde in Ägypten dem Gott Ammon von Theben geweiht. Bis in die heutige zeit wird er in der katholische Kirche als Räucherstoff benutzt. Ebenso ist die Kosmetik- und Parfüm Industrie heute ohne Weihrauchzugaben nicht zu denken. Der medizinische Gebrauch war bereits Heilmittel in der Antike. Es wurde als Stimmungsaufheller in der Psychiatrie genutzt.
Der griechische Arzt Hippokrates, Paracelsus, Hildegard von Bingen, verwendeten Weihrauch als Wunden heilendes Mittel. Selbst bei Husten, Durchfallerkrankungen und Hauterkrankungen wurde Weihrauch von den heilkundigen des Mittelalters genutzt. Der balsamische Duft verbreitet das Gefühl von Frieden und innerer Ruhe. Durch neue Forschungsergebnisse ist der indische Weihrauch in den Vordergrund gerückt. Er soll bei rheumatischen Erkrankungen wirken, ebenso bei allergischen Krankheiten, Magen-Darmerkrankungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In Europa sind weitere Behandlungsmöglichkeiten bekannt, so u.a. bei Arthritis, Bronchitis, grippalen Infekten, Colitis ulcerosa. Neuerdings wird Weihrauch bei Hirntumoren eingesetzt.
Der Myrrhe wird nachgesagt: „Wo der Weihrauch eher die geistigen Brücken zu bauen hilft, schafft Myrrhe in erster Linie eine Verbindung zwischen der Seele, dem Fühlen und dem geistigen Menschen.
Myrrhe hilft tatsächlich den Körper zu reinigen und macht die Seele frei und rein. Sie ist Ausdruck der Reinheit und Fruchtbarkeit. Bereits die Hebräer und Assyrer schätzten die reinigende Kraft der Myrrhe. Mythologisch stand sie der ägyptischen Göttin Hathor und der griechischen Aphrodite nahe. Neben Weihrauch war Myrrhe im Altertum und in der antiken Medizin der wichtigste Räucherstoff. Wunden, Lungen- und Nierenleiden, wurden damit mehr oder weniger erfolgreich behandelt. Heute wird sie eingesetzt zur Behandlung bei Prothesendruckstellen.
Alle drei Gaben zusammen waren in der alten Kultur wichtig. Es ist eine Symbolik in den Geschenken der drei Könige zu sehen.
Gold stellt den Geist, Weihrauch die Seele und Myrrhe den Körper dar.
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Über bergkristall53

Ich werde 58 Jahre alt komme ursprünglich aus der Schweiz,lebe aber auf der Ostalb bin verheiratet, habe 6 Kinder,3 Enkel Ich schreibe,male und bastle viel
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